Die Herkunft des Haflingers



Der Haflinger ist ein kleines, starkes Gebirgspferd, welches seinen Ursprung in Südtirol hat. Die Haflingerzucht wurde ursprünglich fast ausschließlich nur in Südtirol betrieben. Durch den Ersten Weltkrieg fiel dieses Gebiet 1919 an Italien. Die Haflingerhengste standen zu dem Zeitpunkt im Hengstdepot Lambach, das allerdings zum neuen Österreich gehörte. Zuerst versuchte man mit anderen Stuten wieder eine Haflingerzucht aufzubauen, was allerdings keinen Erfolg brachte. Durch importierte reinblütige Stuten konnte aber sehr schnell wieder eine sehr qualitätsvolle Zucht geschaffen werden. Die heutigen Absatzmärkte sind die nach dem Almabtrieb stattfindenden Fohlenmärkte in Immenstadt/Allgäu, Degerndorf bei Rosenheim und Siegsdorf/Bez. Traunstein. Als absolutes Mekka allerdings gilt bei Züchtern der Fohlenhof Ebbs in Österreich.

Im Jahre 1935/36 begann man in Bayern im Inntal, anschließend im Chiemgau und Oberallgäu mit einem Aufbau der Haflingerzucht. Die Wehrmacht förderte die Zucht durch finanzielle Hilfen zum Kauf von Zuchtstuten. Auch der Aufbau der Heeresfohlenhöfe Wiesen, Boschhof und Geschwend wurde von der Wehrmacht herbeigeführt. Der Staat wollte damit den bayrischen Berg- und Almbauern ein Pferd geben, das sie bei Ihrer Arbeit unterstützt. Auch die Wehrmacht brauchte die Haflinger als Tragtiere. Heute werden die Haflinger in ganz Deutschland gezüchtet und sind auch in vielen anderen Ländern vertreten.

Der kleine Ort Hafling bei Meran hat dem Haflinger seinem Namen gegeben. Er gehört nicht zu einer selbst entstandenen Ponyrasse, sondern wurde durch Einkreuzung verschiedener anderer Rassen zu dem, was er heute ist. Früher war die Bezeichnung "Bergpferd" wohl sehr treffend, trotzdem hat er Ponyvorfahren, denen er auch einen Großteil seiner Gutmütigkeit und Härte verdankt. Sein genauer Ursprung ist nicht bekannt, man geht daher davon aus, das seine Vorfahren eine klein gebliebene Gebirgspferderasse sind, eventuell mit Noriker Einschlag. Auch wird angenommen, dass schon früher Araber zu den Vorfahren gehörten.

Als Beginn der Haflingerzucht wird die Geburt des Halbblutarabers133 El'Bedavi XXII 1868, bzw. dessen Sohn 249 Folie 1874 gewertet. El'Bedavi, geboren 1868 im österreichischen Staatsgestüt Radauz, drückte der Haflingerzucht dadurch seinen Stempel auf, das er mit einer veredelten Landstute einen Hengst zeugte. 249 Folie wurde 1874 geboren und war ein Fuchs mit Aalstrich. Folie wurde dann später Vater der beiden Linienbegründer 14 Folie I 1887 und 252/233 Hafling 1897. Auf diese beiden Hengste gehen sämtliche Haflingerlinien zurück. Über die beigeführten Stuten ist leider nichts bekannt. Man geht aber davon aus, das auch sie arabisch veredelt waren.


Anschrift - Haflinger Hof Hünerberg

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